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Wert von Briefmarken - die wichtigsten Antworten

Briefmarken Wert Erhaltung

Zum Wert von Briefmarken

...und andere Fragen zur Philatelie und zum Briefmarkensammeln

Spinat hat viel Eisen, je älter ein Wein, desto besser ist er, beim Schielen bleiben die Augen stehen: Manche Weisheiten halten sich hartnäckig. Genau so sieht es in den Köpfen der Nicht-Philatelisten aus, wenn’s um Briefmarken geht: nur ungestempelte Briefmarken haben Wert, Opas alte Briefmarkensammlung bringt ein Vermögen, die 100 Millionen-Briefmarke ist die Rarität der Familie...

Wir werden heute versuchen, diesen Voodoo etwas zu entschärfen und beginnen damit, einfach einmal hier oft gestellte Fragen aufzugreifen und zu beantworten. Dies werden wir in loser Reihenfolge machen, sollte der geschätzte Leser eine oder mehrere Fragen haben, bitte schreiben Sie uns diese, das Kommentarformular unten auf dieser Seite ist genau dafür vorgesehen, nur keine Scheu! Wir sind uns sicher, dass unser Fragenkatalog mit der Zeit zunehmen wird wie ein Mastschwein vorm Erntedankfest, und das soll auch gut so sein.

Fangen wir an:

Eine Frage hören wir ständig:

„Was ist die Blaue Mauritius wert und wie viele gibt es?“

Also: wenn Sie die Blaue kaufen wollen, müssen Sie einem der Besitzer deutlich mehr als zwei Millionen € bieten, für weniger wird sich keiner von der Rarität trennen. Sämtliche Stücke sind in der Hand von Museen, der britischen Krone und einigen wenigen Millionären. Es ist die Existenz von zwölf Blauen Mauritius und vierzehn Roten Mauritius bekannt, das heißt aber nicht, dass nicht irgendwo noch eine rumgeistert-oder zwei...

Daraus ergibt sich -wie erwartet- die Frage:

„Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, eine Blaue Mauritius oder eine andere teure, wertvolle, rare Briefmarke auf dem Dachboden, auf dem Flohmarkt oder in einer alten Schülersammlung zu finden?“


Na ja, in Bezug auf die Blaue Mauritius ist die Frage wohl schnell beantwortet: ein Sechser mit Superzahl bei 33 Grad und Sonnenschein in Glücksstadt ist wahrscheinlicher. Schon immer sind Glücksritter der Weltrarität nachgejagt und so alle möglicher Weise in Frage kommenden Briefmarkenbestände (und das sind nicht so viele!) nach der seltenen Blauen (und auch der Roten Mauritius und anderen Preziosen) durchgefiltert. Sie wären also nicht der Erste. Hinzukommt: wie soll die Marke auf Opas Dachboden gekommen sein? Schauen Sie sich einfach mal den Werdegang der wertvollen Briefmarken an:

→ Zum Artikel: Entstehung der Blauen Mauritius

Dies sollte Sie aber nicht davon abhalten, alte Alben wie zum Beispiel die Briefmarkensammlung aus Ihrer Schulzeit durchzusehen. Sie werden vielleicht keine Mauritius finden, aber vielleicht eine andere seltene Briefmarke, einen Plattenfehler oder einen anderen Fehldruck, eine seltene Farbvariante einer Marke oder einfach nur eine seltene Ausgabe einer Briefmarke. Sie sehen also, es ist gar nicht so schlimm, der Sucht der Philatelie anheim zu fallen, auch wenn sie keine teure Briefmarken finden und an Geld reich werden, der Reichtum der Freude am Sammeln ist mit nichts aufzuwiegen!

Eine wertvolle Briefmarke gefunden: Echt oder falsch?

"Ich habe eine Briefmarke gefunden, in einem meiner alten Alben, diese scheint laut Katalog wertvoll zu sein. Der Händler hat mir aber nur einen geringen Preis geboten, weil sie nicht geprüft ist..."

Dies ist gängige Praxis. Da -eben von wertvollen Briefmarken- viele Fälschungen im Umlauf sind, bevorzugt jeder ernst zu nehmende Philatelist geprüfte Stücke bei philatelistischen Sammlerstücken ab einem bestimmten Wert, und zwar offiziell und anerkannt, sprich von einem "BPP-Prüfer", einem Prüfer aus dem "Bund Philatelistischer Prüfer". Diese sind auf der Rückseite entsprechend signiert, oder es gibt zur Marke einen Kurzbefund bzw. ein (Foto-)Attest.

Vorsicht bei sogenannten "Freien Prüfern", also bei nicht-BPP-Prüfern, da sich als ein solcher jeder bezeichnen darf, die Rückseiten der Briefmarken beschmieren kann und dann die Stücke als "geprüft" ausgeben darf. Es mag den einen oder anderen seriösen "Freien Prüfer" geben, aber generell sind Sie nur mit BPP-geprüften Briefmarken auf der sicheren Seite, wenige Spezialisten ausgenommen, aber diese sind bekannt. Die Händler sehen dies genauso und akzeptieren im Regelfall nur die Signaturen oder die Befunde bzw. Atteste anerkannter Prüfer.

Eine verwandte Frage, offensichtlich dreht sich alles ums Geld:

„Ich habe Briefmarken mit hohem Werteindruck: 100 Millionen Mark: was sind die wert?“

Inflationsbrief


Diese Briefmarken stammen wahrscheinlich aus der Zeit der deutschen Hochinflation, Anfang der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Die Briefmarken sind nicht automatisch viel Geld wert, vom geschichtlich hohen Wert einmal abgesehen. Die Marken wurden infolge der rasenden Geldentwertung massenhaft gedruckt und sind dem entsprechend oft vorhanden. Einige echt gelaufene Inflationsmarken sind allerdings recht selten und bis zu einigen hundert Euro wert- einfach mal den Katalog fragen- Aber Vorsicht: gerade bei den gestempelten Inflationsmarken kursieren viele Stempelfälschungen, eine Prüfung ist daher unerlässlich!

→ Zum Artikel: Wert und Erhaltung: gebraucht

Wieder eine Frage mit finanziellem Bezug:

„Ich habe eine Briefmarkensammlung geerbt, aber ich sammle nicht und möchte die Alben verkaufen. Wie mache ich das am besten?“

Dies ist eine häufig gestellte Frage mit vielen Antworten, die wichtigste Antwort vorweg: Überstürzen Sie nichts! Wenn Sie nicht akut von Hunger, Krankheit und Obdachlosigkeit oder der Philaphobie bedroht sind, avisieren Sie keinen Verkauf, Sie machen Verlust, mit Sicherheit! Viele windige „Geschäftsleute“ sind genau auf diese Situation geeicht!

Aber keine Angst, es gibt keinen Grund, verunsichert zu sein, holen Sie sich seriösen Rat, und den finden sie überall dort, wo man keine Geschäfte mit Ihnen machen will: Bei den Briefmarkenvereinen. Die Mitglieder des BDPH (Bund deutscher Philatelisten)sind gesellige und hilfsbereite Zeitgenossen mit einem „gerüttelten Maß“ Fachwissen, welches sie nicht einmal in der philatelistischen Literatur finden, hier bekommen Sie auf jeden Fall fachlichen Rat, niemand wird Sie hier übervorteilen. Suchen Sie sich einfach die Telefonnummer oder die Emailadresse des Briefmarkensammlerverein Ihres Ortes heraus und machen Sie dort einen Termin: dann wird alles gut!

Es hindert Sie allerdings nichts daran, auch selbst mal Ihre geerbten Alben durchzuschauen, mit einem geeigneten Briefmarkenkatalog, solche gibt es in Deutschland gleich mehrere: Michel, Philex, DNK (Deutschland Netto Katalog). Welchen man bevorzugt, ist Ansichtssache. Es muss nicht unbedingt der neueste Katalog sein, eine tendenzielle Bewertung gelingt auch mit einem Exemplar, welches einige Jahre auf dem Umschlag hat.

...wird mit IHRER Frage fortgesetzt!

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