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Ablösen von Briefmarken vom Papier

Briefmarken ablösen und waschen

Saubere Briefmarken

Die erste Amtshandlung eines neugeborenen Philatelisten, daran können wir uns alle erinnern, war das „Abweichen“ von Briefmarken. Jeder kennt die welligen Dinger, die bei den ersten Versuchen, Briefmarken im Wasserbad abzulösen, herauskamen, und jeder kann sich erinnern, dass so mache Marke, ungeduldig vom Papier abgezogen, dünne Stellen bekamen...



Über kaum ein Thema ist so viel geschrieben, geredet, gefilmt und diskutiert worden wie über das richtige Ablösen von Briefmarken, dabei ist es damit, wie mit dem punktgenauen Kochen eines Eies: eigentlich ganz einfach, aber keiner bekommt es so richtig hin. Aus diesem Grund fassen wir die gesammelten, aufbereiteten und sortierten Fakten zum Thema noch einmal zusammen, damit nichts mehr schiefgehen kann und zeigen auch die häufigsten Fehler auf. Los geht’s:

Was wir brauchen:

  • Zwei Schüsseln: Plastik, Glas oder Keramik, besser nichts aus Metall, Glas oder Keramik ist am besten, da neutral, mit Plastik gibt’s meist keine Probleme: eine zum Ablösen der Marken, die andere zum Spülen
  • handwarmes Wasser ohne jede Zusätze, gut ist gefiltertes Wasser
  • Löschpapier. Viel davon. Neutral, also nicht bedruckt muss es sein. Sie würden Ihren Kaffee auch nicht durch einen bunten Filter laufen lassen...
  • Vielleicht einen Katalog um Hinweise zu finden, ob eine Briefmarke wassserempfindliche Farben hat oder andere Gründe dafür sprechen könnten, die Briefmarke vom Wasser fern zu halten

Was wir nicht brauchen:

  • Spülmittel oder ähnliche, oft empfohlene Zusätze für das Wasser. Wirklich nicht!
  • Pinzette. Die nassen Marken aus dem Wasserbad sind empfindlich wie nichts anderes und werden vorsichtig mit den (sauberen!) Fingern aus dem Bad gefischt. Eine Pinzette ist zu grob dafür
  • Heizpressen, elektrische Trockner, Föhne oder ähnlichen Unsinn

Worauf wir achten müssen:

  • Schon mal ein verfärbtes Hemd gehabt? Wasser ist nass. Daher löst Wasser nicht nur den Markengummi, sondern auch die Farbe von Kugelschreibern, Federtinte und so weiter. Deshalb ist darauf zu achten, dass das abzulösende Papier frei von irgendwelchen Schriftzügen ist, notfalls muss man etwas knapper schneiden. Aus dem gleichen Grunde und oft vergessen, muss man besonders vorsichtig sein, welche auf Resten inwendig bedruckter Umschläge achten. Auch hier löst sich die Farbe gern und legt sich wie ein Schleier über die Briefmarken.
  • Manche Briefmarken sind von Hause aus wasserempfindlich. Diese Marken sollten -zumindest nicht nach der herkömmlichen Metode- abgelöst werden. Der Katalog gibt Antworten.
  • Nicht zu kurz und nicht zu lange wässern. 5 bis 10 Minuten genügen in der Regel. Bleiben sie an Ihrer Schüssel und rühren Sie vielleicht ab und zu vorsichtig mit dem Finger um. Sie sehen dann schon, welche Briefmarken sie herausnehmen können. Die Marken lösen sich nie alle gleichzeitig ab! Sie werden mit der Zeit Ihre Erfahrungswerte auffrischen.
  • Marken mit Prägungen sollten nicht gepresst werden!

Schritt für Schritt:

  1. Zuerst, und das macht man ja nicht nur beim Briefmarkenablösen so, suchen wir uns unser Sachen zusammen, die wir brauche: Schüssel, Löschpapier und so weiter, siehe oben, und bereiten uns das Material vor: Knapper schneiden, auf Farben achten und alles Weitere
  2. Dann geben wir eine der Schüsselgröße entsprechende Menge abzulösender Briefmarken ins handwarme Wasser, eher weniger als zu viele Marken.
  3. Warten und mit den Fingern das Wasser ab und zu bewegen
  4. Die abgelösten Marken mit den Fingern herausnehmen und in die andere Schüssel mit klarem, auch handwarmen Wasser geben, kurz schwenken, dann aufs Löschpapier geben
  5. Kontrollieren, ob sich Reste der Gummierung noch auf der Briefmarkenrückseite befinden, um das Verkleben der Briefmarken zu verhindern
  6. Sind genug Marken auf dem Löschpapier versammelt, diese mit einer weiteren Lage Löschpapier abdecken, ein altes Buch drauf und dieses beschweren. Geduld: am nächsten Tag können Sie die Marken sortieren. Mehr ist es nicht.

Fragen und Antworten zum Ablösen von Briefmarken, auch „Waschen“ genannt:

Soll man jede Briefmarke vom Papier befreien?

Nein. Viele ältere Marken und so ziemlich jede klassisch Briefmarke ist auf Briefstück -unter Philatelisten Ganzstück genannt- wertvoller. Abgelöst werden meist moderne Marken von Motivsammlern

Briefmarken mit speziellen Briefmarkenlösern ablösen?

Kann man machen, wenn einem die Marken nicht so wichtig sind. Oder auch direkt vom Papier abreißen. Ernst zu nehmende Briefmarkensammler verwenden ein solches Zeug nicht, weil sie den damit Marken schaden können.


Feinseife zum Reinigen von Briefmarken?

Vorsicht damit! Prinzipiell kann man mit sehr milder Seifenlauge Briefmarken von Verunreinigungen reinigen. Aber: Sie sollten dazu über ausreichende Erfahrungswerte verfügen, da jede Substanz die empfindlichen Marken angreifen kann. Wenn Sie eine Briefmarke mit Seife reinigen wollen, sollte dies nur die letzte Altnernative sein. Nur reine Seife und nur ganz wenig davon verwenden!

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