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Wert von Briefmarken und Verkaufswert ermitteln

Briefmarken Wert Erhaltung

Briefmarken Wert ermitteln

Katalogwert ist nicht Verkaufswert

Um festzustellen, wieviel Ihre Briefmarken wert sind, muss erst einmal die Frage geklärt werden, welchen Wert Sie meinen:

den theoretisch maximal erzielbaren Verkaufswert, den Katalogwert oder, am wahrscheinlichsten, den aktuellen Handelswert wenn man verkaufen möchte.

Die Erhaltung

Entscheidend für den Wert einer Briefmarke oder eines anderen philatelistischen Stückes ist die Erhaltung, also in welchem Zustand sich die Marke befindet. Grundlegend unterscheiden Briefmarkensammler die Erhaltungen "gebraucht" und "ungebraucht", allein die Tatsache, ob eine Briefmarke gestempelt ist oder nicht, ist nicht wertentscheidend, dazu später mehr.

Gebraucht oder Ungebraucht

Gestempelte oder ungestempelte Briefmarken?

"Gebraucht" heißt also, die Marke hat Verwendung gefunden, ist also -in den meisten Fällen- gestempelt, "Ungebraucht" heißt demnach, die Briefmarke ist noch "unbenutzt". Bei den ungebrauchten Marken unterscheidet man:

  • postfrisch - die bestmögliche Erhaltungsform für ungebrauchte Marken

  • ungebraucht mit Gummi - für Briefmarken vor etwa 1947 eine noch akzeptable Erhaltung, für ältere oder gar klassische Marken eine gute bis sehr gute Erhaltung

  • ungebraucht ohne Gummi - für klassische Marken oft normal, bei Briefmarken ab ca. 1900 schon "zweite Wahl", bei modernen Marken nicht akzeptabel, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nun gut, noch einmal zusammengefasst: Briefmarken können gebraucht (sind dann meist gestempelt) oder ungebraucht sein. Bei den Ungebrauchten unterscheidet man zwischen postfrisch (wie von der Post verausgabt, ohne irgendwelche Mängel), ungebraucht mit Gummi (nicht ganz intakte Gummierung, meist durch Falz verursacht, aber immerhin noch vorhanden) und ungebraucht ohne Gummi (kein Gummi mehr da).


Grundsätzlich ist allein die Tatsache, dass eine Briefmarke gestempelt oder ungestempelt ist, nicht generell entscheidend für den Wert, das heißt also, dass nicht alle gestempelten Briefmarken automatisch mehr wert sind als ungestempelte Marken oder umgekehrt. Ob eine ungebrauchte Briefmarke mehr oder weniger wert ist als die Gleiche gebraucht, ist von der Seltenheit ihrer Verwendung abhängig und ist somit von Ausgabe zu Ausgabe verschieden.



Bei der letztendlichen Wertbestimmung ist ein Briefmarkenkatalog wie Michel oder Gibbons eine nützliche Sache, orientieren Sie sich aber an Händlerkatalalogen.

Die Preise in den Katalogen können Sie nicht 1:1 auf Ihre Marken übertragen, sehen Sie besser die Preisnotierungen als eine Art "Tauschrelation" an. Am einfachsten ermitteln Sie den Wert Ihrer Marken, indem Sie:

  • zuerst die Katalognummer bestimmen

  • dann objektiv die Erhaltung bewerten

  • und dann online oder mit Annoncen aus Briefmarken-Zeitschriften möglichst viele Preise recherchieren

Sicherlich müssen Sie noch beachten, dass die Verkäufer nicht zum gleichen Preis ankaufen wie verkaufen. Wenn Sie einen "gesunden Mittelwert" recherchiert haben, können Sie sich in etwa ein Bild vom Wert ihrer Sammlerstücke machen.

Welchen Preis kann ich als Verkäufer von Briefmarken erwarten?

Wo Briefmarken am besten verkaufen?

Selbstverständlich lässt sich diese Frage nicht allgemeingültig beantworten, da der erzielbare Verkaufspreis von Briefmarken von vielen, auch unwägbaren, Faktoren abhängig ist, wir versuchen hier trotzdem einmal eine grundsätzliche Orientierungshilfe zur geben. Den vollen Katalogpreis werden Sie in den meisten Fällen nirgends bekommen.

  • Beim Händler: in der Regel strebt der Händler einen Verkaufspreis seiner Stücke in Höhe von 50% des Katalogpreises an, also wird er maximal 20%-25% zahlen, oft weniger, einwandfreie Erhaltung und aktuell geprüfte Stücke vorausgesetzt.

  • Auktion: Wertvolle oder sehr spezielle Stücke und auch Sammlungen lohnen die Einlieferung bei einem renommierten Auktionshaus. Hier können Sie -theoretisch- Verkaufspeise erziehlen, welche deutlich über den Ankaufspreisen eines Händlers liegen. Auch hier wird einwandfreie Erhaltung und aktuelle Prüfung vorausgesetzt.

  • Ebay und andere Online-Auktionshäuser: Hier erhalten Sie in der Regel für Ihre Briefmarken 10%-15% vom Katalogwert, selten mehr. Allerdings können Sie hier philatelistische Stücke verkaufen, die Ihnen kein Händler, sei es wegen ihres geringen Wertes oder mangelhaften Erhaltung, abnimmt. Ebenso werden hier viele ungeprüfte Briefmarken, Belege und anderes Material angeboten (und auch verkauft).

  • Privat: Den höchsten Verkaufspeis können Sie selbstverständlich erziehlen, wenn Sie einen Sammler finden, der genau die von Ihnen angebotenen Stücke sucht. Solche Sammler sind schon einmal bereit, höhere Preise zu bezahlen, als Ihnen eine Händler zahlen würde. Allerdings ist es relativ schwierig, den passenden Philatelisten zu finden, der gerade genau die Stücke sucht, die Sie veräußern wollen...

Mit "Marken in Massen", auch Sammlungen, erzielen Sie in der Regel weniger an Verkaufserlös als die Summe der Einzelmarken ausmacht.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie Briefmarken und philatelistische Belege verkaufen wollen, sollten diese möglichst gut erhalten sein. Ebenso wird Ihenn kein Händler wertvollere Stücke abnehmen (ab ca. 50 € Michelwert), wenn es sich dabei nicht um von einem anerkannten, das heißt BPP-Prüfer, geprüfte Stücke handelt. Bei sogenannten "Freien Prüfern" und deren "Befunden" ist Vorsicht geboten, davon tummleln sich viele, gute und nicht so gute, erkundigen Sie sich am besten beim BDPh. Es gibt eine "Prüfervereinigung", ein e. V. in Deutschland, welcher in Verruf geraten ist, weil u.a. dortige Prüfer falsch gestemplete Marken (deutsche Feldpost z. Beispiel) als "echt" verkauft haben. Auch weitere "Ungenauigkeiten", um es einmal vorsichtig auszudrücken, sind bekannt geworden. Wenn überhaupt, sind Sie ausschließlich mit dem BPP auf der sicheren Seite, so unsere Meinung.

Eine gute Hilfe bei der Ermittlung von Werten bei philatelistischen Objekten sind Briefmarkenvereine, diese finden Sie in fast jeder Gegend, helfen gerne bei der Bewertung Ihrer Briefmarken und Sammlungen und sind dabei unabhängig.



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