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Penny Black - die erste Briefmarke der Welt

Penny Black die erste Briefmarke der Welt

Die erste Briefmarke der Welt-die "One Penny black"

Stellen Sie sich einmal vor, das mit den Postgebühren würde heute so gehandhabt werden wie bis kurz vor der Einführung der ersten Briefmarke. Sie würden zugeschüttet werden mit Werbebriefen und müssten dafür auch noch bezahlen!

Tatsächlich war es so, dass nicht der Absender das Briefporto zu entrichten hatte, sondern der Empfänger, so wie es heute noch mit SMSen ist, welche man im Urlaub empfängt, so man diesen im Ausland verbringt. Keine schöne Vorstellung, einen vollen Briefkasten zu haben...

Hinzu kommt noch das durch die fehlende Einheit der Postgebühren bedingte Chaos. Überliefert ist, dass auch manchmal die Postboten etwas die Übersicht verloren, das heißt, nicht nur, das Sie für die Briefe, die Ihnen jemand meint, schicken zu müssen, bezahlen sollen, sondern Sie müssen mit dem Postboten auch noch feilschen. Und der Postbote will Bargeld, sofort!

Das war schon damals nicht praktikabel.

Und deshalb ist es anders gekommen, und das war so:

Ursprünglich hatte Sir Rowland Hill (1795-1879) und seiner Zeit britischer Postreformator, die Vorstellung, dass Sendungen in besonderen Umschlägen aufgegeben werden sollten, welche einen Wertstempeleindruck hatten, also so etwas ähnliches wie Ganzsachenumschläge. Mit der Umsetzung dieser Innovation war William Mulready betraut, welcher die nach ihm benannten Umschläge initiierte-diese konnten sich allerdings nicht durchsetzten, und so sind die wenigen noch vorhandenen Exemplare gesuchte Raritäten und werden nur alle Jubeljahre mal auf Auktionen angeboten.

Mulready-Umschlag

Rarität: Mulready-Umschlag



Zwischenzeitlich, und zwar genau im Jahre 1837, schlug James Chalmers, seines Zeichens sowohl Buchhändler als auch Buchdrucker, Hill die Verwendung aufklebbarer Gebürenzettel vor, welche den Wert des Portos symbolisieren sollten. Genau diesen Vorschlag brachte Sir Hill dann später in die Postreform ein.

Verständlicher Weise hatte damals niemand die blasseste Vorstellung, wie diese Postwertzeichen aussehen sollten, immerhin waren diese ja etwas noch nie Dagewesenes. Deshalb schrieb das britische Finanzministerium 1839 einen mit Einhundert Pfund dotierten Wettbewerb für einen Briefmarkenentwurf aus. Sir Rowland Hill war die Sache mit dem Entwurf für die erste Briefmarke der Welt so wichtig, dass er die Ausschreibung, denn nichts anderes war dieser Wettbewerb, höchstpersönlich beaufsichtigte.

Volle 2600 Entwürfe gingen ein. Hundert Pfund waren eben eine „Menge Holz“, vom Prestige einmal ganz abgesehen!

Allerdings genügten die eingereichten Entwürfe seiner Vorstellung so wenig, so dass er sich letztendlich und „zwangsweise“ nur für einen entscheiden konnte: für seinen eigenen.

Als Vorlage diente Sir Rowland Hill eine Gedenkmedaille mit dem Portrait der Königin Victoria von William Wyon, mit Wasserfarben malte er davon zwei einfache Entwürfe, welche dann später von Charles und Frederic Heat auf eine Druckplatte gestochen wurde.

black_penny_muenze_vorlage.jpg

War das die Vorlage?

Gedruckt wurden die ersten Briefmarken der Welt von der Firma Perkins, Bacon & Co., und zwar in zwei Wertstufen: Ein Penny schwarz, die sogenannte „Black Penny“ und zwei Pence blau. Die Marken kamen offiziell am 6. Mai 1840 am Schalter zum Verkauf, erwähnenswert ist jedoch, dass auch echt gelaufene Belege vom 2. Mai 1840 bekannt sind.

Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass in Österreich schon 1836 vom Slowenen Kosir der Vorschlag gemacht wurde, aufklebbare Gebürenzettelchen zu verwenden. Dieser Vorschlag wurde jedoch von der österreichischen Regierung abgelehnt, uns so brachte Österreich erst zehn Jahre nach England, 1850, seine erste Briefmarke heraus.

Und nun kommt wieder die Frage nach dem Wert...

Anders als man vermuten sollte, sind die Preise für die Black Penny, der ersten Briefmarke der Welt, im Verhältnis zu ihrer Popularität recht „augenfreundlich“. Dies liegt einfach daran, dass wegen des äußerst großen Bedarfes an Briefmarken im Königreich dem entsprechend viele Marken gedruckt wurden.

In den Katalogen steht die Black Penny mit ca. 200 €, je nach Katalog mit leichten Differenzen nach oben und nach unten, das heißt, man kann die erste Briefmarke der Welt schon für unter 100 € im Handel erstehen. Die Erhaltung der sehr alten Marken ist natürlich sehr unterschiedlich, was man beim Preis berücksichtigen muss.

Nur geprüfte Marken kaufen!

Wie bei allen wertvollen oder berühmten Briefmarken sind eine Unzahl von Fälschungen unterwegs!

Die Blue Pence

Die Blue Pence, gestempeltes Doppestück, seltener roter Stempel

Die Fakten zur ersten Briefmarke der Welt:

  • Synonym: „Black Penny“, auch „Penny Black“ oder „One Penny Black”
  • Erstausgabetag: 6. Mai 1840
  • Erstverwendung: 2. Mai 1840
  • Gedruckt in 240er Bögen
  • Auflage: 68.808.000 Marken
  • Trennungsart: geschnitten
  • Entwurf: Sir Rowland Hill nach William Wyon
  • Druck: Firma Perkins, Bacon & Co.
  • Stichtiefdruck, schwarz
Block_mit_der_Penny_Black.jpg

Block mit der Penny Black

Bilder: Wikipedia



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