Sie sind hier

Folien und Kunststoffe in der Philatelie und deren Gefahren

Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass in Kunststoffen bzw. Kunststofffolien gelagerte philatelistische Objekte in Verbindung mit unvorteilhaften Lagerbedingungen Schäden an diesen anrichten. Die Bandbreite geht hierbei von einfachen Stockflecken über Verklebungen bis hin zu den gefürchteten Bleisulfidschäden. Wir wollen hier einen aufschlussreichen Überblick geben, welche Kunststofffolien in der Philatelie zur Verwendung kommen und so Hilfe geben zum richtigen Lagerung von Briefmarken und Briefen mit Kunststofffolien.

Als allererstes soll angemerkt werden, dass es unter Archivaren streng verpönt ist, Papierdokumente, Pergamente und Ähnliches in Kunststoff aufzubewahren.

Bei der Herstellung philatelistischer Zubehörartikel zur Aufbewahrung von Briefmarken, Ersttagsbriefen und anderen Dokumenten finden im Wesentlichen drei verschiedene Kunststoffe Verwendung:

Die landläufige Meinung ist, dass PVC schädlich für Farben und Papier ist, und Polystyrol unschädlich für Briefmarken und Dokumente aus Papier. Wir werden hier die einzelnen Kunststoffe und deren Vorkommen bei Zubehörartikeln für die Philatelie und deren optimale Verwendung vorstellen.


Gleich hier an dieser Stelle eine Bemerkung vorweg: Der Philatelist ist selbst in der Verantwortung gegenüber seinen Sammel-Objekten. Es obliegt ihm selbst, für die richtige und Wert erhaltende Aufbewahrung seiner Sammlerstücke zu sorgen und sich entsprechend zu informieren. Auch aus diesem Grunde gibt es Veröffentlichungen wie eben diese hier. Es ist leicht, einen Hersteller für Schäden an den eigenen Sammlerstücken verantwortlich zu machen, aber schwer, diesen in die Verantwortung zu nehmen, wie die aktuell laufenden Diskussionen zu den Ursachen von Farbveränderungen bei klassischen Briefmarken (Bleisulfidschäden) zeigen. Und: Produkte, die nicht vom Kunden gefragt sind, werden über kurz oder lang nicht mehr hergestellt.

Es gibt Unmengen von Produkten auf dem Markt, welche zur Aufbewahrung von Briefmarken und Belegen absolut ungeeignet sind, damit sind nicht allein die Zubehörhersteller gemeint, erschreckend viele Briefmarkensammler verwenden Folien und Papiere aus dem Bürobedarf und Fotozubehörhandel. Dementsprechend gilt es, Werbeversprechen nicht blind zu vertrauen, sondern das eigene Urteilsvermögen und Erfahrungen, besonders auch anderer Sammler zu nutzen.

Übrigens: als die sicherste Aufbewahrung von Briefmarken und Belegen hat sich die Lagerung in Pergamin erwiesen.


Wie erfahre ich nun, aus welcher Folie welche Zubehörprodukte gemacht sind? Inzwischen finden sich auf den Internetseiten der wichtigsten Hersteller entsprechende Hinweise. Ansonsten empfiehlt sich eine telefonische oder schriftliche Anfrage oder die Recherche im Internet.

verwandte Themen: