Fälschungen von Münzen (erkennen)

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen eine Münze und diese stellt sich später als Fälschung heraus. Dieser Umstand tritt leider häufiger ein, als der gutgläubige Münzkäufer und Sammler gemeinhin annimmt.

Münzfälschungen sind in betrügerischer Absicht hergestellte Nachahmungen von Münzen oder historischen Medaillen. Oftmals sind sie gegossen, manchmal geprägt. Münzfälschungen sind dabei so alt, wie die Münzen selbst.

Grundsätzlich unterscheidet der Numismatiker unterschiedliche Formen der Münzfälschung

  • Touristenfälschungen
  • Sammlerfälschungen
  • Zeitgenössische Umlauffälschungen
  • Manipulationen

Die offiziellen Nachprägungen oder auch Repliken genannt, sind keine Fälschungen im betrügerischen Sinn dar, sondern stellen viel mehr ein „erschwingliches“ Sondergebiet in der Münzsammlung dar.

Touristenfälschungen

Unter Touristenfälschungen versteht man Münznachahmungen in der Regel von schlechter Qualität. Diese werden speziell von Straßenhändlern anderer Länder gutgläubigen Urlaubern angeboten, meist noch mit ebenso falschen Echtheitszertifikaten. Meistens handelt es sich hier um relativ primitive Güsse sonst seltener und höherwertiger Münzen, daher stimmen Gewicht und Dicke nicht. Echtheitsmerkmal ist auch der Münzrand, der hier häufig geriffelt anstatt mit Randschrift produziert wird. Jedem sollte jedoch bewusst sein, dass man seltene Münzen nicht eben auf der Straße im Urlaub kaufen kann.

Sammlerfälschungen

Als besonders heimtückisch können sich sogenannte Sammlerfälschungen erweisen. Es handelt sich hierbei um Falsifikate zum Schaden des Sammlers, die eine mitunter sehr hohe Qualität haben können. Zur sicheren Identifikation hilft hier oft nur der Vergleich mit einem gesicherten Original oder die Vorlage bei ausgewiesenen Fachleuten. Mithilfe einer Feinwaage, einer Schiebelehre und der entsprechenden Fachliteratur kann der Sammler Gewicht und Größe einer Münze bestimmen und mit denen des Originals vergleichen. Diese Vorgehensweise sollte die Regel beim Erwerb seltener und hochwertiger Münzen sein und damit kann so manche Münze bereits im Vorfeld auf eine mögliche Fälschung hin identifiziert werden. Darüber hinaus kann nur empfohlen werden, Münzen ausschließlich beim Fachhändler oder aus sonst sicheren Quellen zu erwerben. Bei besonders günstigen Angeboten ist darüber hinaus immer ein gesundes Misstrauen ratsam.

Umlauffälschungen

Interessant für Münzsammler können dagegen die sogenannten Umlauffälschungen sein. Es sind keine Fälschungen zum Schaden des Sammlers, sondern zeitgenössische Geldfälschungen, die dem normalen Geldumlauf zugeführt wurden. Umlauffälschungen stellen ein eigenes Sammelgebiet in der Numismatik dar. Man denke dabei z.B. an die sogenannten Ephraimiten, die Friedrich der Große herausgeben ließ, um seine Kriege zu finanzieren.

Die ältesten solche Fälschungen stammen aus dem antiken Griechenland um 525 v. Chr. Damals lies Polykrates Bleimünzen mit Goldüberzug herstellen, um mit diesen Fälschungen seine Insel von einer Belagerung freizukaufen. Im russischen Zarenreich wurden Goldrubel im damals wesentlich günstigeren und gleichschweren Platin hergestellt und vergoldet. Oft sind diese Stücke heute teurer als die originalen Goldstücke.

Sondergebiet: Nachprägungen (Repliken) von Münzen

Ein weiteres Feld der Nachahmungen bei Münzen sind offizielle Nachprägungen alter und gesuchter Münzen. Der Begriff klingt für viele erst einmal negativ, jedoch ist er in der Welt der Münzen völlig neutral zu sehen. Als Nachprägung gilt jede Münze, die eine spätere Jahreszahl trägt, als das Original.

Sachsen 3 M 1917 – Nachprägung aus dem Jahr 1978

Häufig werden seltene und beliebte Münzen, die für einen normalen Sammler unerschwinglich sind – nachgeprägt. Diese Repliken können von jedem produziert werden, wenn sie deutlich als Nachprägung gekennzeichnet sind.

Österreich 4 Dukaten 1915 – Falschgold. Zu erkennen am Gewicht: 11,2g anstatt 13,96g

Auch viele heutige Anlagemünzen sind moderne Nachprägungen von historischen Münzen. Sie haben die originale Münze als Vorbild, haben meist keinen Sammlerwert und werden mit ihrem Materialwert gehandelt.

Daher handelt es sich bei Nachprägungen auch nicht um Fälschungen, jedoch nutzen betrügerische Verkäufer solche Stücke auch zur Täuschung. Man sollte also beim Kauf auch hier ganz genau hinschauen. Feinheitsangaben 835, 925, 1000 im Motiv oder auf dem Rand reichen schon als Kennzeichnung.

Gefälschte 2 Euro Münzen

Die Anzahl an gefälschten 2-Euro-Münzen ist heutzutage besonders hoch. Die steigenden Sicherheitsmerkmale bei Geldscheinen macht es Fälschern immer schwerer, echt wirkende Euro-Scheine zu produzieren. Daher weichen sie auf die größten Umlaufmünzen aus.  2 Euro Münze Fälschungen erkennt man häufig daran, dass die Farbe abblättert oder der Rand der Münzen unscharf/unregelmäßig aussieht.

Falsche Euromünzen sind zudem entweder gar nicht, oder vollkommen magnetisch. Die originalen 2-Euro-Stücke sind dagegen sehr leicht magnetisch. Eine leichte Bewegung reicht meist aus, dass die Münze vom Magneten abfällt.

Manipulationen

Je teurer es wird, desto lukrativer sind Veränderungen von günstigen Stücken um wesentlich teurere zu suggerieren. Zwei Beispiele der DM-Zeit: Das all bekannte und seit Jahrzehnten gejagte 50 Pfennig Stück „Bank-deutscher-Länder“ 1950G. Es gibt rund 1 Millionen 50 Pf- Stücke, bei denen zwei wertlose Münzseiten neu kombiniert wurden.

Beim 50 DM Silberadler 1958 J werden gerne die Stücke mit den wertlosen Prägebuchstaben manipuliert. Hier wird der Prägebuchstabe entfernt und ein „J“ einer anderen Münze aufgelötet. Diese fleißige Handarbeit ergibt den 100 fachen Wert der Münze.

Weitere Hinweise für einige gefälschte Münze

Generell sind Fälschungen unsauberer geprägt als originale Münzen. Feinheiten des Münzbildes wie z.B. Haare, oder Beschriftungen sind nicht ganz oder nur sehr oberflächlich ausgeprägt. Teilweise werden Details absichtlich weggelassen, um diese Ungenauigkeiten zu verschleiern. Die Randschrift ist für heutige Münzen ein Sicherheitsmerkmal und Standard, jedoch wird sie bei Fälschungen weggelassen, da sie zu aufwändig ist. Daher können Sie oft am glatten oder geriffelten Rand gefälschte Münzen erkennen.

Phantasiemünze aus den USA – hier gibt es kein Original, da die Münze erfunden wurde

Häufig lassen sich gefälschte Münzen auch am Angebot selbst erkennen. Die Geschichten, warum verkauft wird sind unglaubwürdig oder der Preis der Münze ist sehr niedrig und der Verkäufer macht Druck, dass schnell verkauft werden muss.

Fazit und Tipps zum Schutz vor Münz-Fälschungen

Kaufen Sie teure Stücke nur bei vertrauenswürdigen Händlern. Dies am besten nur mit Echtheitszertifikat oder einer dauerhaften Garantie der Echtheit bzw. einem Recht auf Rückgabe.

Wenn möglich prüfen Sie Münzen auf Gewicht, Durchmesser und Dicke, um falsche Materialien zu identifizieren.

Verwenden Sie, wenn möglich, zur Echtheitsprüfung ein ähnliches Stück zum Vergleich. Ansonsten eignet sich auch eine Münze der gleichen Zeit aus dem gleichen Material. Sie werden Unterschiede schnell bemerken.

Achten Sie auf den Rand. Ist dieser glatt oder weist eine Naht auf liegt wahrscheinlich eine Fälschung vor.

Im Zweifelsfall lassen Sie die Münzen von einem Händler oder einem Prüfer ansehen, dieser wird Ihnen beim Begutachten der Echtheit helfen können.

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