Da es viele verschiedene Münzmaterialien gibt, muss man auch viele verschiedene Dinge bei der Reinigung von Münzen beachten. Behandelt man alle Münzen auf die gleiche Art, können irreparable Schäden entstehen, wodurch die Münzen ihren Wert verlieren! Deshalb zeigen wir Ihnen in diesem Artikel, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihre Eisen- und Kupfermünzen reinigen.

Rost auf Eisenmünzen

Eisen hat die unangenehme Eigenschaft, schnell an der Luft und besonders schnell unter Mitwirkung von Feuchtigkeit zu oxidieren, also zu rosten. Die Münze bekommt durch den Oxidationsvorgang eine rotbraune, oft poröse Schicht. Diese führt beim Versuch der Rostentfernung unweigerlich zu Materialschäden.

Eisenmünze mit Rost

Im besten Fall ist die Münze gleichmäßig mit einer Rostschicht versehen, im schlechtesten Fall partiell mit einem mehr oder minder starken Rostbefall. Versucht man eine Rostentfernung, bleiben sogenannte „Rostnarben“ zurück. Eine Rostentfernung bei Eisenmünzen ist also eine heikle Sache – dennoch kann ein Behandlungsversuch zum Erfolg führen.

Zwei Methoden für die Rostentfernung bei Eisenmünzen

Mit den üblichen mechanischen Reinigungsmethoden kommt man bei Eisenmünzen nicht weit. Auch nicht mit der Grundbehandlung im Seifenbad. Eine chemische Reinigungsmethode, die Erfolg versprechen kann, ist der Einsatz von Kupferseifen. Besser sind jedoch folgende Methoden:

  1. Dazu werden Zinkspäne oder Zinkgranulat und Natronlauge benötigt. In diese Mischung werden die Eisenmünzen eingelegt. Dieser elektrochemische Vorgang macht sich bei den Münzen nach ca. 1 bis 2 Stunden bemerkbar. Wichtig ist, dass alle Münzen gleichmäßig von der Flüssigkeit bedeckt sind. Auch mehrmaliges Wenden der Münzen ist empfehlenswert. Nach etwa zwei Stunden können die Münzen gespült werden. Ein Abreiben der Münzen mit Natron hat sich bewährt.
  2. Wenig verrostete Münzen, besonders wenn sie gleichmäßig angegriffen sind, kann man ohne weitere Vorbehandlung in maximal 10-prozentige Salzsäure einlegen. Dort dürfen sie aber höchstens 30 Minuten verbleiben. Anschließend wird in einem Ammoniakbad neutralisiert, danach werden die Münzen getrocknet.

Die Behandlung von Eisenmünzen ist leider nicht ganz einfach, denn die möglichen Ergebnisse sind begrenzt. Die liegt einfach daran, dass Rosten von Eisenmünzen mit einer substanziellen Beschädigung verbunden ist, die man nicht mehr umkehren kann. Umso wichtiger ist die richtige Aufbewahrung von Münzen aus diesem Metall und deren Konservierung.

Kupferhaltige Münzen

Es gibt eine Vielzahl an kupferhaltigen Legierungen, denn Kupfer war und ist ein beliebtes Münzmetall. Besonders viele Kleinmünzen sind aus diesem Material hergestellt. Diese sind selten aus wirklich reinem Kupfer geprägt. Deshalb geben wir Ihnen hier einige Tipps, wie Sie Ihre kupferhaltigen Münzen mit Hausmitteln und anderen Methoden reinigen können.

Kupfer und hochwertige Kupferlegierungen überziehen sich schnell mit einem bräunlichen Belag, einer Patina, welche möglichst erhalten bleiben sollte, ähnlich wie bei Silbermünzen. Diese Patina wird von vielen Sammlern geschätzt und stellt auf keinen Fall eine Wertminderung dar!

1 Cent Münze mit Patina

Vorsicht bei Kupfer-Tauchbädern

Der Handel bietet spezielle Tauchbäder für Kupfermünzen an. Allerdings ist bei diesem Reinigungsbad, besonders bei Legierungen mit hohem Kupferanteil Vorsicht angebracht. Die Kupfermünzen werden in das Bad nur kurz eingetaucht und anschließend mit feinem Natron abgetupft. Diesen Vorgang kann man bei Bedarf 2-3 Mal wiederholen. Ein Kupfertauchbad aus dem Handel sollte jedoch immer die letzte Option sein, da es säurehaltig ist und eine Patina zerstören kann!

Hausmittel zur milden Reinigung von Kupfermünzen

Grundsätzlich sollte man jeden Säuberungsversuch mit der altbekannten Grundreinigung im Seifenbad beginnen. Eine andere Methode bei nicht ganz so arg beschlagenen Kupfermünzen ist ein Seifenbad mit einem Schuss Ammoniaklösung. Da Ammoniak nicht nur die Verunreinigungen, sondern auch das Kupfer selbst angreift, sollten die Münzen nur etwa eine Stunde in diesem Bad verweilen. Anschließend werden die Münzen mit Natron abgetupft, ausgiebig gespült und sachgemäß getrocknet.
Eine noch mildere Variante dieser Reinigungsmethode ist die Verwendung von Natron statt einer Ammoniaklösung in einem lauwarmen Bad.

Vorsicht bei bei Stücken vor 1900

Bei älteren Stücken, welche aus der Zeit vor 1900 stammen, sollte man möglichst auf den Einsatz von Ammoniak und anderen Chemikalien verzichten und stattdessen lediglich eine intensivere Grundreinigung durchführen, da diese Münzen und ihre oft vorhandene Patina sehr empfindlich sind.

Reinigung von Eisen- und Kupfermünzen mit Hausmitteln & Co

Die Reinigung von Münzen ist nicht immer einfach, denn man muss je nach Material die verschiedensten Dinge beachten. Will man den Rost auf Eisenmünzen entfernen, muss man anders vorgehen als bei Verunreinigungen auf kupferhaltigen Münzen. Doch wenn Sie unsere Tipps beherzigen, bekommen Sie auch Ihre Münzen aus Kupfer und Eisen wieder problemlos sauber.

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