Das war die Sensation für alle Vatikan-Münzen Sammler. Auf persönlichen Wunsch von Papst Franziskus und zum ersten Mal seit der Euroeinführung zeigen die Euro-Kursmünzen des Vatikans seit 2017 nicht mehr das Portrait, sondern das persönliche Wappen des Papstes. Diese Neuerung erweckte weltweites Interesse.

Erster nichteuropäischer Papst seit fast 1300 Jahren

Rom-Vatikanstadt, 13. März 2013, 19.06 Uhr: Weißer Rauch steigt aus dem kleinen Kamin über der Sixtinischen Kapelle auf. Der 266. Papst ist gewählt! Der Argentinier Jorge Mario Kardinal Bergoglio (geb. 17.12.1936 in Buenos Aires, seit 1998 dort Erzbischof) nennt sich nach dem heiligen Franz von Assisi Franziskus. Sein Name ist Programm: Er will Papst der Armen sein und sich besonders den Randständigen in Gesellschaft und Kirche zuwenden. Sein neuer Stil, der sich durch besondere Schlichtheit und Menschenfreundlichkeit, im Auftreten wie in seiner Lebensweise auszeichnet, erweckt Aufsehen. Durch seine herzliche und unkomplizierte Art gewinnt er schnell weltweit enorme Sympathie. Als erster Jesuit und Lateinamerikaner auf dem Papstthron ist er auch der erste nichteuropäische Papst seit fast 1300 Jahren.

Seine bislang 22 apostolischen Reisen in das außeritalienische Ausland führten ihn u.a. nach Brasilien, Südkorea, die Türkei, Polen, Sri Lanka, die Philippinen und mehrere Staaten Lateinamerikas. Von epochaler Bedeutung war sein Zusammentreffen mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill auf Kuba im Februar 2016.
Weltweite Beachtung fand vor allem seine zweite Enzyklika Laudato Si (Gelobt seist du, mein Herr), die ein vehementer Appell zum Umwelt- und Klimaschutz sowie für den Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit ist.

Die Gestaltung der neuen Euro-Münzen des Vatikan seit 2017

2 Euro-Münze Vatikan 2019 – Papst Franziskus Wappen

Auf persönlichen Wunsch des Papstes zieren die Euro-Kursmünzen von 1 Cent bis 2 Euro seit 2017 nicht mehr das Portrait des amtierenden Papstes, sondern sein Wappen.
Papst Franziskus hat die Hauptmerkmale seines bischöflichen Wappens in seinem Papstwappen beibehalten. Es zeichnet sich durch schlichte Eleganz aus. Der Wappenschild wird von den päpstlichen Symbolen Mitra (seit Benedikt XVI. nicht mehr die Tiara) und den petrinischen Schlüsseln überragt bzw. hinterlegt. Darauf ist oben das Symbol des Jesuitenordens zu sehen: Eine von Flammenstrahlen umkränzte Sonne mit dem Jesusmonogramm IHS. Das Kreuz und die drei Nägel (unter dem Monogramm) verweisen auf die Passion Christi und die Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Im unteren Bereich des Schildes sind ein achtzackiger Stern und eine Nardenblüte abgebildet. Der Stern steht für die Jungfrau Maria, die Mutter Christi und die Kirche. Die Nardenblüte symbolisiert in der hispanischen Ikonographie den heiligen Josef, den Nährvater Jesu und Schutzpatron der Weltkirche. Der Papst verehrt beide Heilige sehr. Seine Amtseinführung war am Josefstag 2013. Unter dem Wappenschild steht der Wahlspruch des Papstes: MISERANDO ATQUE ELIGENDO. Dieser stammt aus den Predigten des heiligen Beda Venerabilis (gest. 735) und hängt eng mit der Berufungsgeschichte von Jorge Mario Bergoglio zusammen. Der Predigttext befasst sich mit der Berufung des Zöllners Matthäus (Levi), der von Jesus aus „Barmherzigkeit erwählt“ wird. Am Fest des heiligen Matthäus, an dem dieser Text Teil des Stundengebetes ist, fühlte der junge Jorge Bergoglio im Jahr 1953 nach der Beichte die besondere Barmherzigkeit Gottes und seine Berufung zum Ordensleben. Somit wurde dieses Zitat zu seinem Motto und Lebensprogramm.

Euro-Kursmünzensatz Vatikan 2019 im Originalblister

Besonderheiten der Euro-Kursmünzensätze des Vatikans

Wie die Euro-Kursmünzensätze des Vatikans der Jahre 2002, 2006 und 2014 ragt auch der Jahrgang 2017 durch eine Novität besonders hervor: Nach der Euroeinführung, den ersten Münzen mit dem Portrait von Papst Benedikt XVI. und acht Jahre später mit dem von Papst Franziskus, weisen die Euro-Münzen des Vatikan ab dem Jahrgang 2017 wiederum eine faszinierende Neuerung auf, die eine starke weltweite Nachfrage geweckt hat. Denn jeder Sammler und Papstfan will solche bedeutenden Veränderungen in der Münzgestaltung dokumentieren.

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