Die „Wunderfolie“ Polyvinylchlorid (PVC)?

PVC galt lange Zeit als die „Wunderfolie“ für Philatelisten. Weichmacherfrei, sehr stabil, alterungsbeständig und preiswert in der Herstellung.

Seit einigen Jahren machen immer mehr Philatelisten PVC für Verfärbungen von klassischen Briefmarken mit bleihaltiger Farbe unter diesen Folien verantwortlich. Wir sprechen von den sogenannten Bleisulfidschäden. Hierbei soll aus PVC ausdünstender Schwefel mit dem Blei in organischen Druckfarben reagieren und diese dunkel bis zu schwarzbraun verfärben. Auch wenn seitens der Zubehörhersteller weiter beschworen wird, dass der wissenschaftliche Nachweis fehle, dass das in Briefhüllen und bei Albenblätter mit aufgebrachten Klarsichtfolien verwendete PVC dafür verantwortlich sei, sprechen die Erfahrungen der Sammler für sich. Letztendlich fällt immer mehr auf, dass über die Verfärbungen von klassischen Briefmarken besonders häufig bei unter PVC gelagerten Marken berichtet wird. Solche Effekte werden bei Marken unter Pergamin oder Polystyrol („Hawid-Streifen“) nicht beschrieben.

Aber es liegt wohl nicht nur am Polyvinylchlorid

Unbestritten ist wohl, dass PVC nicht der einzige Faktor beim Entstehen von Bleisulfidschäden ist. Denn schlechte Belüftung, Wärme und Feuchtigkeit begünstigen diesen Effekt. Diese sind auch für in anderen Materialien gelagerte Briefmarken nicht zuträglich.

Der Klassik Sammler geht daher auf „Nummer sicher“ und bewahrt seine Briefmarken am besten in Pergamin, also hinter Pergaminstreifen auf weißen Albenblätter oder hinter Hawid-Klemmstreifen auf.

Unsere Artikelserie „Gefahren & Risiken: Folien und Kunststoffe in der Philatelie“

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