Verfärbungen von Briefmarken unter Vordruckalben-Folien – Bleisulfidschäden

Immer wieder wird berichtet, dass sich bei der Lagerung von philatelistischem Material Verfärbungen einstellen. Dies soll ganz besonders bei klassischen Briefmarken der Fall sein. Dies passiert vor allem durch Folien. Man spricht dabei von Bleisulfidschäden.

 

Doch wie kommen die Bleisulfidschäden wirklich zustande?

Dr. Feuser beobachtete nach eigenen Angaben diese Verfärbungen speziell bei klassischen Marken. Diese Albenfolien bestehen aus PVC, die mit bleihaltigen Druckfarben reagieren und diese schmutzigbraun verfärben.

Die Briefmarken (besonders die klassischen) sind hochempfindliche Antiquitäten, welche aus Papier und Druckfarben und anderen Materialien bestehen. Die verwendeten Materialen haben gerade bei sehr alten Briefmarken einen organischen Ursprung und sind somit viel instabiler als beispielsweise Kunststoffe. Neben den alterungsbedingten Erscheinungen reagieren die klassischen Briefmarken noch viel sensibler und auch unvorhersehbarer auf Umwelteinflüsse. Ergo sollte man die möglichen negativen Einflüsse auf die Marke oder den Brief minimieren. Dies gilt insbesondere für die Lagerung klassischer Sammlerstücke. Bei bekanntermaßen empfindlichen Marken sollte man also davon absehen, diese in oder hinter irgendwelchen Folien oder unter Luftabschluss zu lagern. Es sei denn, die Unbedenklichkeit des Materials gilt als bewiesen. So wie zum Beispiel bei Klemmtaschen aus Polystyrol.

Wie sind empfindliche Briefmarken aufzubewahren?

Unserer Meinung nach sind neben Pergamintütchen weiße Einsteckalben mit Pergaminstreifen von Markenherstellern und normaler Albenkarton das Sicherste. Dabei sollte man beachten, dass die Einsteckalben nicht mit einem Tintenstrahldrucker bedruckt sind. Auch Klemmtaschen von HAWID gelten als unbedenklich, zumindest wenn man diese richtig verwendet. Im Zweifel sollten besonders verfärbungsanfällige Stücke hinter Pergamin und nicht zwischen Kunststofffolien aufbewahrt werden.

Die Alben sollten nicht in der Nähe von irgendwelchen Haushaltschemikalien, auf dem zu trockenen Dachboden und auch nicht im feuchten Keller gelagert werden. Auch nicht da, wo es sonst noch feucht oder zu warm ist.

Für eine gute Lüftung soll gesorgt sein. Sie sollten Ihre Sammlerstücke in einer Vitrine aufbewahren und zwar möglichst dunkel. Schauen Sie sich einmal im Museum für Kommunikation und Technik in Berlin um. Dort werden die Schätze auf besondere Art aufbewahrt. Die Aufbewahrung findet im Dunkeln, bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit statt. Optimale Voraussetzungen sind 18 Grad und ca. 60% rel. Luftfeuchigkeit.

Negativfaktoren:

  • Lagerung unter oder in Folien
  • in der Nähe von Ausdünstungen
  • zu hell
  • zu feucht oder zu trocken
  • unter Luftabschluss

 

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