Der legendäre Paradesatz deutscher Briefmarkengeschichte

Jeder Bundsammler kennt den „Paradesatz“ einer jeden Bundsammlung im Folgenden den Posthornsatz. Dieser Satz stellt die „Krönung“ jeder Sammlung der bundesdeutschen Briefmarken dar. Der Posthornsatz ist in ungebrauchter und besonders in postfrischer Erhaltung sehr gesucht. Der Erwerb ist mit einem Katalogwert von über 2000 € und einem Handelswert von oft 1000 € recht teuer.

Zuerst einmal einige Fakten zu den „Posthörnern“:

Der Posthornsatz ist die erste Dauermarkenserie der Deutschen Bundespost. Es handelt sich um eine sogenannte Ziffernserie, bei der die Wertziffer das Motiv der Briefmarke bestimmt. Die Wertziffern sind oft mit einem weiteren Symbol kombiniert, also hier dem Posthorn. Herausgegeben wurden die Marken als Bogenmarken (10×10), Markenheftchen und Rollenmarken zwischen dem 20. April 1951 und 16. April 1952.

Ausgabedaten der einzelnen Marken des Posthornsatzes

2 Pfennige gelbgrün 01.08.51
4 Pfennige gelbbraun 20.06.51
5 Pfennige lilapurpur 01.08.51
6 Pfennige orange 20.09.51
8 Pfennige dunkelgrüngrau 20.09.51
10 Pfennige dunkelgrün 20.06.51
15 Pfennige bläulichviolett 20.09.51
20 Pfennige karminrot 20.06.51
25 Pfennige dkl.-braunkarmin 20.09.51
30 Pfennige schw.-ultramarin 01.08.51
40 Pfennige dkl.-graulila 20.12.51
50 Pfennige grautürkis 11.03.52
60 Pfennige siena 20.12.51
70 Pfennige gelborange 11.03.52
80 Pfennige rosarot 16.04.52
90 Pfennige grünlicholiv 16.04.52

 

Postfrischer Posthornsatz
Postfrischer Posthornsatz

Buchdruck und Stichtiefdruck der Posthornmarken

Die Werte 2 Pfennige bis 25 Pfennige wurden im Buchdruck hergestellt. Die höheren Werte 30 Pfennige bis 90 Pfennige wurden im aufwändigeren Stichtiefdruck hergestellt.
Die Schalterbogen der 2 Pf., 4 Pf., 5Pf., 10 Pf. und 20 Pf.-Marken wurden im Walzendruck hergestellt, die restlichen Posthornmarken, sowie die Markenheftchen im Plattendruck. Die Walzendruckmarken sind an den typischen Strichen der Oberränder und Unterränder zu erkennen. Die Bundesdruckerei stellte die Marken (Bögen, Rollen, Markenheftchen) her. Das Wasserzeichen – BP mit Zierlinien – kommt in acht verschiedenen Lagen vor.

Der Verkauf von Marken der Posthornserie wurde am 30. Juni 1954 eingestellt. Bis 31. Dezember 1954 blieben die Marken gültig.

Der Wert der Posthorn-Briefmarken

Wie schon erwähnt, sind die Briefmarken des Posthornsatzes besonders in postfrischer Erhaltung von Philatelisten besonders begehrt. Im aktuellen Michelkatalog (2016) liegt der Satzpreis bei gut über 2000 €. Allerdings gilt dieser Preis nur für wirklich einwandfreie Marken ohne jeden Mangel, gut zentriert und farbfrisch erhalten. Eine Prüfung der teureren Werte (ab 25 Pfennige aufwärts) ist daher unerlässlich. Die drei höchsten Werte, 70 Pf., 80 Pf. und 90 Pf. notieren im Katalog immerhin um die 500 € bzw. 550 € (90 Pf.) bei einwandfrei postfrischer Erhaltung. Ein gebrauchter, sauber gestempelter Satz ist im Katalog mit 50 € bewertet und im Handel ab ca. 20 € zu bekommen.

 

70, 80 und 90 Pfennig Posthörner - die teuersten
Die 3 Teuersten Posthörner

Fälschungen und Verfälschungen beim Posthornsatz

Auch bei diesen Briefmarken kursieren viele Fälschungen und Verfälschungen. Die Bandbreite reicht von entfernten Stempeln bis hin zu nachträglich angebrachtem Falschgummi (Nachgummierungen) oder Gummiausbesserungen bei Falzmarken. Die postfrischen Marken sind eben besonders teuer und gesucht. Die bis in die 60er Jahre verwendeten Landpoststempel ließen sich mit handelsüblichen Haushaltsreinigungs-Produkten manchmal leicht entfernen, da der Stempelabdruck oft sehr schwach war. Anschließend wurden die so schon verfälschten Marken mit Gummilösung oder Gummierungsstiften aus dem Schreibwarenladen nachgummiert. Mit der sogenannten „Zahnprobe“ sind die nachgummierten Posthornmarken leicht zu erkennen. Bei der „Zahnprobe“ wird die Zähnung der Marke über den Finger gestreift. Die nachgummierten Briefmarken hinterlassen dabei ein raues Gefühl.

Gefährlicher sind die professioneller hergestellten Nachgummierungen, deshalb ist nur der Erwerb durch einen BPP-Prüfer als echt beurteilte Marken anzuraten. Ganzfälschungen der Posthornmarken sind relativ selten, aber es existieren reichlich „Private Nachdrucke“.

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